Der jährliche Höhepunkt des Veranstaltungsprogramms wird Dessau am 31. August und am 1. September 2012 zum Leuchten und Klingen bringen: Das 15. Bauhaus-Farbfest. Ausgerichtet von der Stiftung Bauhaus Dessau in Kooperation mit dem Anhaltischen Theater und der Stadt Dessau-Roßlau wird zwischen dem Bauhausgebäude, dem Campus der Hochschule Anhalt, dem Park Georgium und dem Friedensplatz der städtische Festraum eröffnet. Experimentelle Projekte, interaktive Rauminstallationen, Performances, Vorträge und Musik bieten wieder einem großen Publikum ein besonderes Festerlebnis.
Wie bereits 2011 schaffen nationale und internationale Künstler, Designer sowie Studenten und Musik-Acts unter dem Motto "Statt Farbe: Licht" ein leuchtend-klingendes "Gesamtkunstwerk". Licht, Klang, Raum und Bewegung sind die zentralen Elemente des Bauhaus-Farbfestes 2012, die sich in vielfältigen Formen miteinander in Beziehung setzen lassen. Der so entstehende "Licht- Klang-Raum" eröffnet Besuchern und Teilnehmern eine neue Wahrnehmung und vereint in sich die bereits am Bauhaus diskutierten Themen Synthese, Synergie und Synästhesie.
Die Kuratoren Susa Pop (Public Art Lab), Mirjam Struppek (Interactionfield – Urban Media Research) und Burghard Duhm (Stiftung Bauhaus Dessau) gehen mit dem Programm des 15. Bauhaus-Farbfests auf die unterschiedlichsten Positionen und Visionen am historischen Bauhaus ein - von Lothar Schreyers Klangsprechen über Paul Klees visuelle Polyphonien, Taktbilder und Fugenaquarelle, Johannes Ittens musikalische Farblehre, Wassily Kandinskys Farbklänge bis hin zu László Moholy-Nagys Licht-Raum-Apparaten. Gleichzeitig soll eine Brücke zur Zeitgenossenschaft geschlagen werden. So wird das Bauhausmotto "Kunst und Technik – eine neue Einheit" mit Licht, Klang, Raum und Bewegung neu definiert und die heute wie damals vorherrschende Technikfaszination thematisiert.
Neue Technik macht‘s möglich: Auf der Bühne in der Mensa des Bauhauses wird eine interaktive Licht- und Soundinstallation von "intolight" geschaffen. Die technische Grundlage bietet CHET (Collective Hedonistic Interactive Environments), ein "Software-Toolkit", das durch die Verknüpfung von Licht, Klang und Bewegung körperreaktive audiovisuelle Umgebungen erschafft. Durch Kameratracking und diverse Interfaces kann das Publikum unmittelbar und spontan in den künstlerischen Prozess eingreifen und den neu entstehenden Raum mitgestalten.
Auch bei Benoît Maubrey und seiner Audiogruppe ist der Zuschauer wichtiger Teil des künstlerischen Prozesses. Bei ihren Performances interagieren die Künstler mittels elektro-akustischer Kleider über Klang und Licht mit Besuchern und der Umgebung. Vor dem Meisterhaus und im Georgium werden sich Schauspieler in pfauenähnlichen elektro-akustischen Kostümen als "Audio- Pfauen" von Besuchern, Musikern und Installationen mit Tönen füttern lassen, die sie gesampelt und verstärkt wiedergeben. Rund um das Bauhausgebäude tanzen Maubreys "Audio Ballerinas", fangen mit ihren Kostümen Licht und Klänge ein und geben diese verfremdet wieder. So entsteht eine lebendige und synergetische Interaktion mit der Umgebung und den Besuchern.










