Raum für Kunst: Carmody Groarke

Raum für Kunst: Carmody Groarke
Die Ausstellungsarchitekten von "Bauhaus: Art as Life"

Vom 3. Mai bis zum 12. August 2012 zeigt die Londoner Barbican Art Gallery die Ausstellung "Bauhaus: Art as Life". Zum Jubiläum des 30jährigen Bestehens des Barbican Centres hat sich Kate Bush, die derzeitige Leiterin der Barbican Art Galleries, für die prestigeträchtige Ausstellung etwas Besonderes ausgedacht. Sie engagierte das junge Londoner Architektenduo Carmody Groarke.

Kevin Carmody und Andrew Groarke gründeten ihre Firma 2006 während des Wirtschaftsaufschwungs, nachdem sie sich zuvor im weltbekannten Architekturbüro von Sir David Chipperfield kennengelernt und mehrere Projekte gemeinsam realisiert hatten. Zwei Jahre nach der Firmengründung kam der wirtschaftliche Abschwung. Carmody Groarke begaben sich auf die Suche nach Alternativaufträgen und fanden neue Wege im Entwurf von Monumenten, temporären Pavillons, Museums- und Ausstellungsarchitektur. Was anfangs eine Notlösung war, ist heute Markenzeichen von Carmody Groarke. 

Regents Place Pavilion (2010)

Regents Place Pavilion (2010)

Frieze Art Fair, 2011
Modell zu "Bauhaus: Art as Life"
Modell zu "Bauhaus: Art as Life"

Zu ihren gelungensten Projekten gehört der Regents Place Pavilion (2010), der den RIBA London Award gewann. Der Pavillon strahlt Minimalismus und Transparenz nach allen Seiten aus. Filigrane Stahlstangen tragen das Dach in acht Metern Höhe; im Kern des Pavillons gibt es eine freie Nutzfläche. Bei Tag wird das Licht auf der Oberfläche des Stahls reflektiert. Bei Nacht erzeugt eine gelbliche Beleuchtung der Freiräume die Illusion eines geschlossenen Pavillons.

Für die Londoner Frieze Art Fair 2011 entwarf das Architektenteam ein temporäres Gebäude, das über den stilistischen Anspruch hinausging. Wiederverwertbare Materialien und die Konzentration auf die ausgestellte Kunst beanspruchten die Kreativität von Carmody Groarke. Auch hier konnten die Londoner Architekten mit ihrem eleganten Minimalismus ein ausgewogenes Verhältnis von klarer Ästhetik und Raum für Kunst schaffen.

Carmody Groarke nehmen sich in ihren Projekten als Architekten zurück. Sie passen ihren eigenen Stil an die Bedürfnisse der Auftraggeber an. Ergebnis sind individuell designte Bauten, die sich im Ansatz ähneln, aber in der Ausführung kaum Parallelen aufweisen. Die transparente Leichtigkeit der offen gestalteten Räume von Carmody Groarke erinnert an die Grundidee des offenen Bauens von Ludwig Mies van der Rohe. Die direkte Verbindung von Innen- und Außenraum durch transparente Flächen, der minimalistische Ansatz, der van der Rohes Bauten ausmacht, sowie die Einbeziehung der individuellen Interessen der Benutzer sind Schnittpunkte mit der Architektur von Kevin Carmody und Andrew Groarke. Der individuelle Zuschnitt auf den jeweiligen Bedarf der Kunden und den dazugehörigen Zweck des Baus ist für Carmody Groarke oberstes Gebot. Ihr Vorgehen beinhaltet die soziale Komponente des Bauhauses, da ihre Analyse zum Beispiel bei dem Bedarf der Reinigungskraft ansetzt, um eine Scheuerleiste zu entwerfen.

Das Architektenduo scheint auch deswegen geeignet für den Entwurf der Ausstellungsarchitektur für die Ausstellung "Bauhaus: Art as Life" in der Barbican Art Gallery. Schon 2010 konnten sie ihre Fähigkeit beim Ausstellungsprojekt "The Surreal House" im Barbican unter Beweis stellen.

Anja Guttenberger

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Am 31. Mai 2012, um 19 Uhr wird die Führung "Designing for the Bauhaus" u.a. mit Andrew Groarke  in der Barbican Art Gallery stattfinden.

Mehr Informationen zu Carmody Groarke finden Sie hier.

Mehr Informationen zur Ausstellung "Bauhaus: Art as Life" in der Barbican Art Gallery, London (UK) finden Sie hier.

 - Rahmenprogramm zur Ausstellung in unserem Kalender und kompakt als pdf hier

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