play bauhaus - dance it!

play bauhaus - dance it!
Ausstellung auf dem Taipei Arts Festival

Das Bauhaus tanzt wieder! Auf dem Taipei Arts Festival, das seit dem 2. August stattfindet, verteilen sich die "bauhaus stage studio satellites" (bsss) auf rund 1000qm Fläche im "Songshan Culture and Creative Park" – einer aus den 1920er Jahren stammenden Tabakfabrik.

Torsten Blume, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau und Kurator der Ausstellung, konzipierte die bsss als Modelle der Original-Bauhausbühne in Dessau im Maßstab 1:1. "Insgesamt funktioniert die Ausstellung wie eine große Laborinstallation, die informiert und zum sich selber bewegen einlädt", sagt Blume über sein neuestes Projekt. Die Ausstellung "play bauhaus – dance it!" geht auf den gemeinsamen deutschen Beitrag zur Prager Quadriennale mit der Tänzerin Yun-Ju Chen und dem Dramaturgen Janek Müller sowie mit Studierenden aus Dessau, Dresden, Leipzig und Weimar zurück ("play bauhaus – die Bühne als Raumapparat").

Am Anfang der Ausstellung steht ein fast identisches Modell der Bauhaus-Bühne. Hier spielen in einer Multivideo-Installation Filme rekonstruierter Bauhaus-Tänze der Bühne und von Oskar Schlemmer. Zu den freitäglichen Vorträgen und Aufführungen der Tanzperformance "play bauhaus – jam out" (am 4., 10. und 11. August; Kooperation von Torsten Blume und der Tänzerin Yun-Ju Chen) werden die Monitore abgeschaltet; am anderen Ende des Raumes spielen anstelle dessen Aufnahmen früherer Aufführungen der Performance in Prag, Dresden, Mainz, Leipzig und Dessau. 

"play bauhaus - dance it!"

"play bauhaus - dance it!"

"play bauhaus - dance it!"
"play bauhaus - dance it!"
"play bauhaus - dance it!"
"play bauhaus - dance it!"
"play bauhaus - dance it!"
"play bauhaus - dance it!"

Informationen zur Dessauer Bauhausgeschichte und der dortigen Arbeit in der Bühnenwerkstatt werden dem Besucher in einer Mischung aus Modellen der Gebäude (Bauhaus und Meisterhäuser) und Reproduktionen historischer Fotografien erfahrbar gemacht. Einzelne schwarze Silhouetten – den vorhandenen Fotos entnommen – bilden einen besonderen Blickfang im Zentrum dieses Satelliten. Sie trennen den historischen Teil der Bauhausgeschichte von aktuellen Projekten der Dessauer Bauhausbühne, die auf Monitoren und Fotos vermittelt werden. In diesem Bereich soll der Besucher in Bewegungs-Installationen auch selbst aktiv werden: Im "Space Game", das nach einer Idee von Moritz Werner und Maxi Goetze (Weimar) aus einer sehr freien Interpretation einer Zeichnung von Oskar Schlemmer entstanden ist, kann die Schwerkraft überlistet werden; Markus Nebe und Stephan Murer (Leipzig) übersetzen Oskar Schlemmers und Manda von Kreibigs "Stäbetanz" in frei bewegliche, aufleuchtende Stangen, die aus dem Boden ragen ("supersession").

Mit den Tänzern Yun-Ju Chen, Po-Ting Chen und Zu-Wen Chiu (Taipei) können die Besucher in einer "dance exploration" immer freitags, samstags und sonntags (jeweils um 14:30 Uhr, bis 12.8.) nach einer kurzen Einführung die Ausstellung tanzend erkunden. Ab dem 13. August kann diese Art des Ausstellungsbesuchs per Smartphone oder Internet via Barcode als "smart video guide" heruntergeladen werden.

Derzeit erfreut sich "play bauhaus – dance it!" großer Beliebtheit mit täglich rund 500 Besuchern – am Wochenende sogar deutlich mehr. Das Taipeier Publikum nutzt die ihm gebotenen Interaktionen rege und fotografiert sich dabei gegenseitig. Noch bis zum 9. September tanzt das Bauhaus in Taipei.