Als Konstellation glücklicher
Umstände könnte man den Umstand bezeichnen, dass im Jahr 2009 fünf Studierende
der Bauhaus-Universität Weimar zusammenfanden, um ein vielversprechendes
Projekt ins Leben zu rufen. Während Daniel Klapsing, Philipp Schöpfer und Laura
Strasser, drei Weimarer Produktdesigner, eine Ausstellung parallel zum „Salone
Internazionale del Mobile“ in Mailand organisierten, um eine Plattform zur
Präsentation ihrer Werke und künstlerischen Bestrebungen zu schaffen,
entwickelten die Graphikdesigner Daniel Burchard und Manuel Goller unabhängig
von den oben genannten die Marke „MY BAUHAUS IS BETTER THAN YOURS“.
Angeregt durch den an der Bauhaus-Universität geförderten interdisziplinären Kontakt
kam es zwischen beiden Fraktionen zu einem Austausch der Ideen, infolgedessen
sie die Ausstellung auf der norditalienischen Möbelmesse gemeinsam bestritten. Der Grundstein war gelegt für
eine aussichtsreiche Zusammenarbeit, die im Frühjahr 2011 in die Gründung einer
Unternehmergesellschaft mündete. Neben den
Mitwirkenden der Gruppe kommt vielen ungenannten Helfern und Förderern ein
besonderer Stellenwert zu. Ihr Engagement hat wesentlich zum Erfolg und zur
Transformation des studentischen Projekts in eine Firmenstruktur beigetragen.
MY BAUHAUS IS BETTER THAN YOURS
MY BAUHAUS IS BETTER THAN YOURS
Als MY BAUHAUS IS BETTER THAN YOURS 2009 in Mailand reüssierte, begeisterte die Qualität der Entwürfe und ihre Ausführung eine Vielzahl der Besucher. Doch es war zunächst der gleichnamige Ausstellungstitel, der durch seine Ironie amüsierte und Interesse weckte. Die Formulierung ist ähnlich griffig wie Gropius’ berühmter Ausspruch „Kunst und Technik – eine neue Einheit“, doch wohnen ihr mehrere Bedeutungsebenen inne: Im Bauhaus-Jubiläumsjahr 2009 stand zunächst der Wunsch nach Abgrenzung vom historischen Bauhaus im Vordergrund. Man wollte zum Nachdenken anregen und dafür sensibilisieren, dass das gegenwärtig auf breiter Ebene umjubelte Bauhaus mit seinen Produkten lange Zeit mit Anfeindungen und Unverständnis konfrontiert war, und dass zeitgenössische Kunst bzw. aktuelles Design in der Zukunft ebenfalls zu Klassikern werden können. In diesem Sinne wird der Begriff „Bauhaus“ als Synonym für mutige Entwürfe und herausragende Visionen verwendet. Zudem wohnt dem Slogan eine witzig verpackte Kommerzialisierungskritik inne, die die willkürliche Verwendung des Namens der berühmten Ausbildungsstätte als Attribut und Qualitätssiegel für verschiedenste Objekte und Güter anprangert. Gleichzeit versteht sich das Künstlerkollektiv aber auch als im Geiste Walter Gropius’ handelnd, wenn es versucht, die eigenen Erzeugnisse unter einer Marke vereint zu veräußern, um die eigene Unabhängigkeit und künstlerisch-gestalterische Integrität zu wahren.
Ziel der Künstler ist es auch, durch das Auftreten als Kollektiv mit den Früchten der eigenen Arbeit am Markt besser bestehen zu können. Unterstützung in ihren Bemühungen, die künstlerischen und gestalterischen Entwürfe unabhängig zu produzieren, zu vermarkten und zu vertreiben, erfährt die Künstlergruppe unter anderem durch das Bauhaus.TransferzentrumDesign, einem Partner der Bauhaus-Universität Weimar.
Eine Abgrenzung zu anderen Kreativen gibt es nicht. Jeder ist willkommen, das Kollektiv mit guten Ideen und interessanten Konzepten zu überzeugen. Und auch die bereits Mitwirkenden sind frei in ihrer Entscheidung, welche Arbeiten sie unter dem Namen des Projekts anbieten.
Die harte Arbeit der jungen Künstler und Gestalter hat sich gelohnt. In den letzten zwei Jahren bot sich ihnen mehrfach die Gelegenheit, ihre Werke einem auch internationalen Publikum zu präsentieren, so unter anderem auf der Milan Design Week, während der Designer‘s Open in Leipzig und des DMY Berlin, im SOTO Store, Berlin sowie in der Carwan Gallery in Mailand und Beirut, aber auch im Neuen Museum Weimar und in der Galerie der Bauhaus-Universität Weimar „marke.6“. Neues Design aus den Ateliers von MY BAUHAUS IS BETTER THAN YOURS ist am 27. Oktober 2011 ab 18.00 Uhr im Apartment in der Bülowstraße 90, Berlin-Schöneberg zu sehen. Die Ausstellung findet im Rahmen der Möbelmesse Qubique statt.
Nicole Mende





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