Die Galerie der
Bauhaus-Universität Weimar, marke 30773047.6, kurz marke.6 wurde 2008 auf Initiative engagierter Studenten gegründet. Von drei
Partnern, der Bauhaus-Universität, dem Studierendenkonvent der Hochschule und
der Klassik Stiftung Weimar unterstützt, ist das „Schaufenster der Universität“
im Souterrain des Neuen Museums Weimar, einer Einrichtung der Klassik Stiftung,
beheimatet.
Am Anfang der Galeriegründung stand – neben der an den institutionellen
Partnern zu leistenden Überzeugungsarbeit – die Namensfindung. Man war
bestrebt, schon in der Bezeichnung des Ausstellungsraums ein Bekenntnis zum
Bauhaus-Erbe und zugleich eine historisch-ironische Distanz zu diesem
aufscheinen zu lassen. Im Zuge dessen beantragten die Projektinitiatoren Laura
Straßer, Sebastian Helm und Maximilian Sauerbier den Schutz des Begriffs
„Bauhaus“ als Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt. Die für diesen
Verwaltungsvorgang vergebene Nummer 30773047.6 avancierte trotz oder gerade
wegen des negativen Ausgangs des Verfahrens zum Namen der Galerie.
marke.6 – Eine Galerie für die Bauhaus-Universität Weimar
marke.6 – Eine Galerie für die Bauhaus-Universität Weimar
vom 13.9.2011
Seit
jeher um die Unabhängigkeit des Galerieprogramms bemüht, sind sich die
wechselnden Macher von marke.6 sehr wohl der Gratwanderung bewusst, die sie
seit drei Jahren vollführen: Einerseits geht es darum, Studenten, Absolventen
oder im Ausnahmefall einfach begabten, jungen Menschen, ein Forum unter
authentischen musealen Bedingungen zu bieten, andererseits werden die in der
Galerie veranstalteten Ausstellungen von der Öffentlichkeit als Projekte der
Bauhaus-Universität wahrgenommen und dienen so auch der Repräsentation. Der
Gefahr, instrumentalisiert zu werden und damit an Freiheit und Unabhängigkeit
zu verlieren, versuchen alle Beteiligten durch das Treffen gemeinsamer
Beschlüsse im Beirat der Galerie zu begegnen.
Hochgestecktes Ziel ist es, den Studierenden aller Fakultäten, das sind
Architektur, Bauingenieurwesen, Gestaltung und Medien, die Möglichkeit zu
geben, die während des Studiums oder auch parallel dazu entstandenen Werke in
selbst, von Kommilitonen oder von Externen kuratierten Ausstellungen zu
präsentieren. Dies erhöht die Kompetenz im Umgang mit den eigenen Arbeiten,
weckt das Interesse der Öffentlichkeit an der Arbeit der Studenten und stärkt
den interdisziplinären Austausch an der Universität. Wann sonst bietet sich
beispielsweise die Chance für Produktdesigner und Bauingenieure, gemeinsam zu
arbeiten?
War
die Auseinandersetzung mit dem Ort der Präsentation, dem Neuen Museum Weimar,
und seiner Geschichte Thema der Eröffnungsausstellung "Vorhang auf: Lüften!", nahm man in der nächsten
Präsentation die Tradition des historischen Bauhauses auf, geschätzten
Mitstreitern selbst gefertigte Geschenke zu überreichen. Alle Studenten und
Mitarbeiter der Bauhaus-Universität waren anlässlich der Ausstellung "Es gibt
Häppchen" aufgefordert, sich auf quadratischen MDF-Platten künstlerisch auszuleben und so
zu einem den Gestaltungswillen der Hochschule repräsentierenden Gesamtkunstwerk
beizutragen. Auch 2009 lieferte die Auseinandersetzung mit dem Gropius-Bauhaus
den Anlass für eine Ausstellung. Unter dem Motto Bauhaus trifft Bauhaus ...
und baut sich ein Kino wurde ein an Entwürfen von Herbert Bayer aus dem Jahr 1924
orientiertes Kino in der „Tonne“ des Neuen Museums errichtet und eine Reihe
filmischer Experimente von Studierenden des historischen Bauhauses und
zeitgenössischer Künstler gezeigt.
Dennoch liegt der Fokus des
Galerieprogramms zweifellos auf der zeitgemäßen Präsentation aktueller
Kunstpositionen und Konzepte. Beispielsweise mit der 2010 erstmals umgesetzten
Idee, eine externe Jury eine Auswahl so genannter "Bauhaus Essentials" aus der während der "summaery", der alljährlich stattfindenden Präsentation der
Semesterarbeiten, gezeigten Werke treffen zu lassen und diese dann in Weimar zu
zeigen. Die drei besten Arbeiten werden zudem mit dem Grafe-Kreativ-Preis ausgezeichnet, der den Nachwuchskünstlern das
Vorstellen ihrer Werke auf der "Preview Berlin" ermöglicht. Das Konzept war so erfolgreich, dass es
in diesem Jahr wiederholt wurde. Die Ergebnisse werden ab 30. September 2011 in
den Räumen der marke.6 zu sehen sein.
Im April 2011 übernahm marke.6 die kuratorische Verantwortung für den Kunstkiosk am Sophienstiftsplatz. Die Dependance kiosk.6 stellt nicht nur eine Erweiterung des Ausstellungsraums der Galerie in die Innenstadt Weimars dar, sondern bietet auch die Gelegenheit, alternative Wege der Kommunikation und des Austauschs mit Besuchern und Publikum zu erproben.
Stefanie Kob
Aktuelle Ausstellungen:
marke.6 | Neues Museum Weimar | Weimarplatz 5 |
99423 Weimar:
Bauhaus Essentials | 30.09. – 20.11 | Di – So 11 – 18 Uhr
kiosk.6 | Sophienstiftsplatz | 99423 Weimar
Mehr als nur kalter Kaffee | 14.07. – 30.09.2011, Mo – Fr 15 – 22 Uhr, Sa 15 –
20 Uhr






