marke.6 – Eine Galerie für die Bauhaus-Universität Weimar

marke.6 – Eine Galerie für die Bauhaus-Universität Weimar

Die Galerie der Bauhaus-Universität Weimar, marke 30773047.6, kurz marke.6 wurde 2008 auf Initiative engagierter Studenten gegründet. Von drei Partnern, der Bauhaus-Universität, dem Studierendenkonvent der Hochschule und der Klassik Stiftung Weimar unterstützt, ist das „Schaufenster der Universität“ im Souterrain des Neuen Museums Weimar, einer Einrichtung der Klassik Stiftung, beheimatet.

Am Anfang der Galeriegründung stand – neben der an den institutionellen Partnern zu leistenden Überzeugungsarbeit – die Namensfindung. Man war bestrebt, schon in der Bezeichnung des Ausstellungsraums ein Bekenntnis zum Bauhaus-Erbe und zugleich eine historisch-ironische Distanz zu diesem aufscheinen zu lassen. Im Zuge dessen beantragten die Projektinitiatoren Laura Straßer, Sebastian Helm und Maximilian Sauerbier den Schutz des Begriffs „Bauhaus“ als Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt. Die für diesen Verwaltungsvorgang vergebene Nummer 30773047.6 avancierte trotz oder gerade wegen des negativen Ausgangs des Verfahrens zum Namen der Galerie.

Anlässlich der Ausstellung "Vorhang auf: Lüften!" (4. April bis 15. Juni 2008)

Anlässlich der Ausstellung "Vorhang auf: Lüften!" (4. April bis 15. Juni 2008)

Ausstellung "Es gibt Häppchen" (3. Juli bis 9. Oktober 2008)
Ausstellung "Hört, hört - Seht, seht!" (21. August bis 4. Oktober 2009)
Ausstellung "Your true colour" (8. Juli bis 12. September 2010)
Ausstellung "On ink trips" (30. Juni bis 18. August 2011)

Seit jeher um die Unabhängigkeit des Galerieprogramms bemüht, sind sich die wechselnden Macher von marke.6 sehr wohl der Gratwanderung bewusst, die sie seit drei Jahren vollführen: Einerseits geht es darum, Studenten, Absolventen oder im Ausnahmefall einfach begabten, jungen Menschen, ein Forum unter authentischen musealen Bedingungen zu bieten, andererseits werden die in der Galerie veranstalteten Ausstellungen von der Öffentlichkeit als Projekte der Bauhaus-Universität wahrgenommen und dienen so auch der Repräsentation. Der Gefahr, instrumentalisiert zu werden und damit an Freiheit und Unabhängigkeit zu verlieren, versuchen alle Beteiligten durch das Treffen gemeinsamer Beschlüsse im Beirat der Galerie zu begegnen.
Hochgestecktes Ziel ist es, den Studierenden aller Fakultäten, das sind Architektur, Bauingenieurwesen, Gestaltung und Medien, die Möglichkeit zu geben, die während des Studiums oder auch parallel dazu entstandenen Werke in selbst, von Kommilitonen oder von Externen kuratierten Ausstellungen zu präsentieren. Dies erhöht die Kompetenz im Umgang mit den eigenen Arbeiten, weckt das Interesse der Öffentlichkeit an der Arbeit der Studenten und stärkt den interdisziplinären Austausch an der Universität. Wann sonst bietet sich beispielsweise die Chance für Produktdesigner und Bauingenieure, gemeinsam zu arbeiten?

War die Auseinandersetzung mit dem Ort der Präsentation, dem Neuen Museum Weimar, und seiner Geschichte Thema der Eröffnungsausstellung "Vorhang auf: Lüften!", nahm man in der nächsten Präsentation die Tradition des historischen Bauhauses auf, geschätzten Mitstreitern selbst gefertigte Geschenke zu überreichen. Alle Studenten und Mitarbeiter der Bauhaus-Universität waren anlässlich der Ausstellung "Es gibt Häppchen" aufgefordert, sich auf quadratischen MDF-Platten künstlerisch auszuleben und so zu einem den Gestaltungswillen der Hochschule repräsentierenden Gesamtkunstwerk beizutragen. Auch 2009 lieferte die Auseinandersetzung mit dem Gropius-Bauhaus den Anlass für eine Ausstellung. Unter dem Motto Bauhaus trifft Bauhaus ... und baut sich ein Kino wurde ein an Entwürfen von Herbert Bayer aus dem Jahr 1924 orientiertes Kino in der „Tonne“ des Neuen Museums errichtet und eine Reihe filmischer Experimente von Studierenden des historischen Bauhauses und zeitgenössischer Künstler gezeigt.
Dennoch liegt der Fokus des Galerieprogramms zweifellos auf der zeitgemäßen Präsentation aktueller Kunstpositionen und Konzepte. Beispielsweise mit der 2010 erstmals umgesetzten Idee, eine externe Jury eine Auswahl so genannter "Bauhaus Essentials" aus der während der "summaery", der alljährlich stattfindenden Präsentation der Semesterarbeiten, gezeigten Werke treffen zu lassen und diese dann in Weimar zu zeigen. Die drei besten Arbeiten werden zudem mit dem Grafe-Kreativ-Preis ausgezeichnet, der den Nachwuchskünstlern das Vorstellen ihrer Werke auf der "Preview Berlin" ermöglicht. Das Konzept war so erfolgreich, dass es in diesem Jahr wiederholt wurde. Die Ergebnisse werden ab 30. September 2011 in den Räumen der marke.6 zu sehen sein. 

Im April 2011 übernahm marke.6 die kuratorische Verantwortung für den Kunstkiosk am Sophienstiftsplatz. Die Dependance kiosk.6 stellt nicht nur eine Erweiterung des Ausstellungsraums der Galerie in die Innenstadt Weimars dar, sondern bietet auch die Gelegenheit, alternative Wege der Kommunikation und des Austauschs mit Besuchern und Publikum zu erproben.

Stefanie Kob

 

Aktuelle Ausstellungen:

marke.6 | Neues Museum Weimar | Weimarplatz 5 | 99423 Weimar:
Bauhaus Essentials | 30.09. – 20.11 | Di – So 11 – 18 Uhr

kiosk.6 | Sophienstiftsplatz | 99423 Weimar
Mehr als nur kalter Kaffee | 14.07. – 30.09.2011, Mo – Fr 15 – 22 Uhr, Sa 15 – 20 Uhr