Künstler feiern 50 Jahre Gropiusstadt

Künstler feiern 50 Jahre Gropiusstadt
Experimentelle Urbane Landschaften

Am 7. November 1962 legten Willy Brandt, der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, und der Architekt Walter Gropius den Grundstein für ein neues hochmodernes Wohnviertel – die Gropiusstadt, in der von 1962 bis 1975 rund 18.500 Wohnungen entstanden. Das 50jährige Jubiläum in diesem Jahr ist ein Anlass zum Feiern und für eine Rückschau und Bestandsaufnahme der oft wechselvollen Geschichte des Wohnviertels, das mit dem nahe gelegenen Flughafen Berlin Brandenburg eine neue Bedeutung erhält und in den Fokus einer weiteren baulichen Entwicklung gerückt ist. Außerdem ist es die Gelegenheit, einen Blick auf die Zukunft der Gropiusstadt und die Bedeutung von Großsiedlungen im Allgemeinen zu werfen.

Mit einem großen Aktionstag am 25.08.2012 lädt die Gropiusstadt ihre Bewohner, Fans und Freunde aber auch architekturinteressierte Berliner zum Besuch und zur Besichtigung ein, um gemeinsam 50 Jahre Gropiusstadt zu feiern. Im Rahmen des Aktionstags eröffnen auch die "Experimentellen urbanen Landschaften" der Architektin und Künstlerin Katharina Rohde, die eine neue Sichtweise auf die Gropiusstadt und ihre Bewohner eröffnen möchten. Mit verschiedenen künstlerischen Interventionen wird der markanten vertikalen Silhouette der Wohnbebauung eine horizontale Ebene hinzugefügt.

Entlang des Wildmeisterdamms entsteht ein spielerischer Parcours, der sich dem Alltag und dem Leben der Bewohner in der Gropiusstadt sowie der architektonischen Konzeption und der Geschichte des Wohnviertels widmet und gemeinsam mit den Bewohnern den Versuch unternimmt, neue interkulturelle und interdisziplinäre Räume auszuloten, neue Formen des Miteinander zu diskutieren und die Sichtweisen auf das Wohnviertel und seine Geschichte zu erweitern. Alte und neue Bewohner, Kinder und Jugendliche sowie Fans und Kritiker der Gropiusstadt sind eingeladen, mit ihren persönlichen Eindrücken und Erinnerungen ein neues Kapitel in der Geschichte der Gropiusstadt aufzuschlagen.

So lädt der Künstler Erik Göngrich gemeinsam mit Todosch Schlopsnies alle 1962 geborenen ein, auf die gleichaltrige Gropiusstadt anzustoßen und über ihre Entstehung und Entwicklung ins Gespräch zu kommen. Unter dem Titel "Lebensrahmen" untersuchen Nadja Milenkovic und Sebastian Seitz vom Institut für Raumforschung, wie die Architektur das Leben der Bewohner beeinflusst. Der Künstler Thomas Bratzke initiiert ein Sackhüpfen der Extraklasse, das als "Hoch Haus Hüpf" die Hochhäuser zum Schweben bringt. Katrin Glanz widmet sich gemeinsam mit Bewohnern und Besuchern der Gropiusstadt dem IDEAL und fragt nach, was das IDEAL-Konzept für Haus, Wohnung, Frau, Mann und Kind sein könnte. Kerstin Gust stellt das mediale Bild der Gropiusstadt in den 1980er Jahren dem Aufwachsen in dem Wohnviertel gegenüber und befragt die heute 30jährigen zum Großwerden mit Gropius. Die Künstlerinnen Stephanie Hanna und Julia Kapelle wiederum sammeln "Nachrichten an Gropius", die als große poetische Collage entlang des Wildmeisterdamms Auskunft über die Wünsche und Träume der Bewohner gibt, die zum Teil bereits seit der Fertigstellung der ersten Häuser in der Gropiusstadt leben. Alle Projekte verbinden eine humorvolle Annäherung und den fast spielerischen Zugang mit einer ernsthaften Auseinandersetzung, die eine direkte Kommunikation mit den Bewohnern der Gropiusstadt in den Mittelpunkt stellt.

Experimentelle urbane Landschaften: Samstag, 25.08.2012, 14-19 Uhr Ort: Stationen vom Lipschitzplatz (U7, Station Lipschitzallee) entlang des Wildmeisterdamms bis zum Ideal-Hochhaus (Fritz-Erler-Allee 120), Eintritt frei.

Infos über alle Aktivitäten und Programmpunkte unter www.qm-gropiusstadt.de

"Experimentelle urbane Landschaften" ist ein Projekt von Katharina Rohde in der Trägerschaft des Kulturnetzwerk Neukölln e.V. und realisiert mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.