Der Jahrhundertgestalter

Der Jahrhundertgestalter
Marcel-Breuer-Retrospektive am Bauhaus Dessau

Der Designer und Architekt Marcel Breuer (1902-1981) zählt zu den bedeutendsten Gestaltern des 20. Jahrhunderts. In Ungarn geboren und aufgewachsen, studierte er am Bauhaus, dessen Möbelwerkstatt er von 1925-1928 leitete. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Stahlrohrmöbel, darunter der legendäre Wassily-Sessel, die Breuer bald international bekannt machten. Mit Möbeln aus Aluminium und verformtem Schichtholz schrieb er in den dreissiger Jahren noch einmal Designgeschichte, ehe er 1937 in die USA übersiedelte. Zunächst als Dozent an der Harvard University tätig, startete Breuer hier eine zweite, überaus erfolgreiche Karriere als Architekt. Seine der Moderne verpflichteten Bauten, vor allem Einfamilienhäuser, Universitäts- und Bürogebäude sowie Kirchen und Museen fanden weltweite Beachtung und galten vor allem in den 50er und 60er Jahren als vorbildlich.

ti 3 b, Kinderstuhl, 1923/1929, Marcel Breuer (Entwurf) /Tischlereiwerkstatt des Bauhauses Dessau (Herstellung)

ti 3 b, Kinderstuhl, 1923/1929, Marcel Breuer (Entwurf) /Tischlereiwerkstatt des Bauhauses Dessau (Herstellung)

Modell Einzelhaus BAMBOS 1, Rekonstruktion

Die hier präsentierte Retrospektive ist die erste Ausstellung, in der die verschiedenen Schaffensbereiche Breuers gleichberechtigt berücksichtigt sind. Im Bereich des Designs kann die thematisch gegliederte Schau fast alle wichtigen Entwürfe Breuers in chronologischer Folge zeigen. Sie nutzt dabei die Tatsache, dass er bei seinen Möbelentwürfen nacheinander mit vier Materialien -Massivholz, Stahlrohr, Aluminium und Schichtholz - arbeitete. Sein umfangreiches architektonisches Werk wird hingegen im Wesentlichen anhand von zwölf exemplarischen Bauten dargestellt. Geordnet unter die Rubriken "Räume", "Volumen" und "Häuser", stehen sie stellvertretend für eine grundrisstechnische, konstruktive oder formale Lösung, die Breuer in vielen weiteren Bauten anwandte.

Sein Interesse an Konstruktionen und Materialien, sein Gespür für die ihnen innewohnenden gestalterischen Möglichkeiten wird dabei als wichtigste Klammer zwischen Breuers Schaffensbereichen verstanden. Zentrale Elemente seines Entwurfsvokabulars - etwa das Motiv der Auskragung oder die Figur des liegenden Rechteckes - stellen eine weitere Verbindung zwischen seinem Design und seiner Architektur dar.

Ausstellungslaufzeit:1. Juni 2012 bis 1. September 2012, Bauhausgebäude