Klassik Stiftung Weimar

Das Bauhaus-Museum, eine Einrichtung der Klassik Stiftung Weimar, ist seit 1995 in der Kunsthalle am Theaterplatz untergebracht, deren Eingangsbereich das klassizistische Kulissenhaus von Clemens Wenzeslaus Coudray einbezieht. Mit mehr als 300 ausgestellten Exponaten vermittelt es einen Einblick in die Entwicklung des Staatlichen Bauhauses an seinem Gründungsort Weimar.

Die seit 2009 gezeigte Präsentation „Das Bauhaus kommt aus Weimar“ zeigt Arbeiten von Walter Gropius, Gründungsdirektor des Bauhauses, sowie von Bauhaus-Meistern wie Lyonel Feininger, Gerhard Marcks, Johannes Itten oder Paul Klee. Darüber hinaus werden Schülerarbeiten vorgestellt, die die praxisorientierte Ausbildung am Bauhaus vorzüglich belegen. Die im Bauhaus-Museum ausgestellten Objekte veranschaulichen in einzigartiger Weise die Vielschichtigkeit, Kreativität und Lebendigkeit des schulischen Wirkens in Weimar.

Die Bauhaus-Sammlung der Klassik Stiftung reicht in die Gründungstage des Bauhauses 1919 in Weimar zurück und ist damit die älteste autorisierte Bauhaus-Museumssammlung weltweit.

Der grundlegende und wichtigste Zuwachs erfolgte im Jahr 1925, als Walter Gropius vor dem Wegzug der Schule nach Dessau den Staatlichen Kunstsammlungen zu Weimar 150 ausgesuchte Objekte übergab. Darunter befinden sich Designklassiker wie die berühmte Tischlampe von Jucker/Wagenfeld, Metallarbeiten von Marianne Brandt, Möbel von Marcel Breuer, die Wiege von Peter Keler, Keramiken von Wilhelm Bogler und Otto Lindig sowie 40 Werke aus der Webereiwerkstatt. Bis heute ist die Sammlung durch Akquisition von Nachlässen und Schenkungen sowie durch gezielte Ankäufe auf einen Bestand von ca. 10.000 Exponaten angewachsen. Sie wird ergänzt durch eine bedeutende Kollektion zum Schaffen Henry van de Veldes und seiner Kunstgewerbeschule sowie zur Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst unter Leitung von Otto Bartning 1926-1930.

Erweitert wird der Bestand durch die jüngst erworbene Sammlung Ludewig, eine einzigartige Privatsammlung aus Berlin, die die Entwicklung funktionalen Gestaltens vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart mit dem Bauhaus als besonderem Höhepunkt nachzeichnet. Sie verfügt über rund 2.000 Exponate, darunter hochkarätige Objekte namhafter Künstler und Designer wie z. B. Charles Rennie Mackintosh, Josef Hoffmann, Marcel Breuer.

Künftig werden die Sammlungen in einem neuen Bauhaus-Museum präsentiert, das das bisherige Bauhaus-Museum am Theaterplatz ablöst. Der Bund und das Land Thüringen haben die Klassik Stiftung Weimar mit dem 2008 aufgelegten Sonderinvestitionsprogramm zur Errichtung dieses neuen Museums beauftragt. Nach einem internationalen offenen Architekturwettbewerb mit 536 Teilnehmern hat sich 2012 der Museums-Entwurf von Prof. Heike Hanada mit Prof. Benedict Tonon durchgesetzt, der einen geometrisch klaren Körper als starken Solitär am Rande des Weimarhallenparks positioniert.

In Weimar besteht ein hervorragendes Netzwerk mit weiteren exzeptionellen Bauhaus-Sammlungen. Die Bauhaus-Universität besitzt neben anderen Exponaten die berühmten Bauhaus-Alben, die erste Fotodokumentation von Werkstattarbeiten, die Walter Gropius ab 1922 in Auftrag gab. Das Thüringische Hauptstaatsarchiv Weimar verfügt über die komplette Registratur des Staatlichen Bauhauses in Weimar, die eine unerschöpfliche Quelle für wissenschaftliche Forschungen zum frühen Bauhaus darstellt. Im Bauaktenarchiv und im Stadtarchiv befinden sich weitere wichtige Dokumente zur frühen Bautätigkeit der Schule, so beispielsweise zum "Haus Am Horn".

www.klassik-stiftung.de