Bauhaus-Archiv Berlin/Museum für Gestaltung

Das Bauhaus-Archiv wurde 1960 als gemeinnütziger Verein gegründet und widmet sich der Geschichte und der Nachwirkung der bedeutendsten Kunstschule des 20. Jahrhunderts. Als Museum und Forschungsinstitut zugleich zählt zu seinen zentralen Aufgaben das Sammeln, Präsentieren und Erforschen des Bauhauses.

Mit der Unterstützung vieler – insbesondere der Bauhäusler selbst und ihren Familien – gelang es in den vergangenen 50 Jahren, die weltweit größte und reichste Kollektion zum Thema Bauhaus zusammenzutragen. Sie umfasst Werke aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Architektur, Möbel, Keramik, Metall, Fotografie, Bühne und Arbeiten aus dem Vorkurs. In der Dauerausstellung »Die Sammlung Bauhaus – Originale der Klassischen Moderne« wird das gesamte künstlerische Spektrum der Schule sowie die Werke der berühmten Meister gezeigt. Zu ihnen gehörten u.a. Walter GropiusLyonel FeiningerPaul KleeWassily KandinskyLászló Moholy-NagyOskar Schlemmer und Ludwig Mies van der Rohe.

Bedeutende Werkkomplexe einzelner Künstler sind als Legat, Stiftung oder Dauerleihgabe Bestandteil der Sammlung: Arbeiten von Georg Muche, der Nachlass von Lothar Schreyer, das malerische Werk des Bauhaus-Schülers Hans Thiemann sowie die Gebrauchsgrafik von Herbert Bayer. Ein weiteres Highlight der grafischen Sammlung ist die einzige komplette Reihe aller in den Weimarer Jahren geschaffenen graphischen Zyklen und Mappenwerke. Hinzu kommt die einzigartige Fülle von Materialien aus den verschiedenen Unterrichtsbereichen am Bauhaus.

Weitere Sammelgebiete bilden die Vorläufer des Bauhauses im 19. Jahrhundert, verwandte künstlerische Arbeiten der zwanziger Jahre und Nachfolger des Bauhauses, wie das New Bauhaus in Chicago (ab 1937) und die Hochschule für Gestaltung in Ulm (1953-1968).

Das Bauhaus-Archiv sammelt auch alle auf die Tätigkeit und das kulturelle Ideengut des Bauhauses bezogenen Dokumente, z.B. Briefe, Manuskripte und andere schriftliche Dokumente, aber auch Druckschriften. Heute stehen Einzelbestände von über 500 Lehrern und Studierenden des Bauhauses wie auch zu weiteren Personen und Institutionen, die im Zusammenhang mit Ideen und Geschichte des Bauhauses stehen, zur Einsicht zur Verfügung.

Das Zentrum der Sammlung künstlerischer Fotografie von Bauhäuslern bilden die Werke von Lucia Moholy, László Moholy-Nagy und Walter Peterhans. Die Sammlung umfasst insgesamt etwa 6.000 Originalabzüge (vintage prints) von über 100 Fotokünstlern aus dem Bauhaus sowie aus dessen Umkreis. Zum New Bauhaus besitzt das Bauhaus-Archiv eine in Europa einmalige Kollektion von etwa 500 Fotos. Auch das einzigartige Bildarchiv zur Geschichte des Bauhauses, zu seinen Personen, Werkstätten und Produkten ist für die Forschung wie für Verlage in aller Welt zu einem unverzichtbaren Partner geworden. Insgesamt enthält es derzeit ca. 60.000 Fotos.

Die etwa 32.000 Bände umfassende, jedermann zugängliche Bibliothek des Bauhaus-Archivs bietet Literatur zum Bauhaus und seines Umfelds sowie zu den damit verbundenen Künstlern, Architekten und Designern. Darüber hinaus werden Kunst, Architektur, Fotografie und Design des 20.Jahrhunderts, schwerpunktmäßig der zwanziger Jahre, umfassend dokumentiert. Hierzu gehört auch ein reicher Bestand an historischen und aktuellen Architektur- und Design-Zeitschriften.

Bauhausgründer Walter Gropius entwarf für das Bauhaus-Archiv ein eigenes Museumsgebäude. 1979 in Berlin eröffnet, gilt seine markante Silhouette heute als eines der Wahrzeichen der Hauptstadt. Hier präsentiert »Die Sammlung Bauhaus – Originale der Klassischen Moderne« Beispiele aus allen Arbeitsbereichen des Bauhauses. Mindestens vier Sonderausstellungen im Jahr sowie zahlreiche Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops, Lesungen und Konzerte, in denen historische und aktuelle Themen aus Architektur, Kunst und Design aufgegriffen werden, ergänzen das Museumsprogramm.

www.bauhaus.de