Trinkhalle

Ludwig Mies van der Rohe (Entwurf) / Fritz Schreiber (Foto),
Trinkhalle in Dessau, 1932
Stiftung Bauhaus Dessau

Ludwig Mies van der Rohe (Entwurf) / Fritz Schreiber (Foto),
Trinkhalle in Dessau, 1932
Stiftung Bauhaus Dessau

An der Dessauer Kreuzung Sieben Säulen, direkt an der Meisterhaussiedlung, wurde 1932 die sogenannte Trinkhalle errichtet. Der weiße Bau mit dem markanten Dach kragte aus der Mauer aus, die das Wohnviertel der Bauhaus-Meister nach Osten hin begrenzte. Die Idee stammte von Ludwig Mies van der Rohe, gezeichnet wurde sie jedoch von seinem Schüler Eduard Ludwig. Der Kiosk diente als „Erfrischungshalle“ und bot wohl ausschließlich alkoholfreie Getränke an; die Rede ist von Obst- und Gemüsesäften. Durch die Weltwirtschaftskrise kam die öffentliche Bautätigkeit weitgehend zum Erliegen, die Trinkhalle blieb der einzige Bau von Mies van der Rohe in Dessau.

Hatte die Trinkhalle zunächst den Krieg unbeschadet überstanden, wurde sie um 1970 doch abgerissen, als die DDR Platz für die neue Straßengestaltung benötigte. Im Rahmen der städtebaulichen Reparatur der Meisterhaussiedlung, bei der die Häuser Gropius und Moholy-Nagy wiederentstehen werden, soll auch die Trinkhalle an ihren angestammten Platz zurückkehren.