Meisterhäuser Dessau

Lucia Moholy (Foto) / Walter Gropius (Architekt), Meisterhäuser, Doppelhaus Kandinsky-Klee, Nordwestseite, 1926
Bauhaus Archive / Museum of Design, Berlin (6338/2)

Lucia Moholy (Foto) / Walter Gropius (Architekt), Meisterhäuser, Doppelhaus Kandinsky-Klee, Nordwestseite, 1926
Bauhaus Archive / Museum of Design, Berlin (6338/2)

Die Fotografien Lucia Moholys vom Ensemble der Meisterhäuser in Dessau prägen bis heute unser Bild vom Bauhaus und der modernen Architektur schlechthin. Das im Krieg zerstörte Einzelhaus für den Direktor und die drei Doppelhäuser für die Meister des Bauhauses waren von Walter Gropius geplant und von seinem Baubüro auf einem lang gestreckten Areal mit Kiefernbestand ausgeführt worden. Die äußere Gestalt der Gebäude, die Organisation ihrer Räume nach Nutzungseinheiten und Lichteinfall sowie ihre Innenausstattung mit Einbauschränken und -regalen entsprechen den Prinzipien funktionalen Bauens und stellen eine Weiterentwicklung von Gropius’ Idee eines „Baukastens im Großen“ dar. Die Doppelhäuser bestehen aus um 90° gedrehten Spiegelungen ihrer jeweils grundrissgleichen Hälften, was deren optische Wirkung sehr heterogen erscheinen lässt. Zur Strukturierung der Baukörper wurden die vorkragenden Bauelemente bzw. Fensterlaibungen farbig gefasst. Dem einheitlichen Gesamtbild der Anlage laufen die nach den Vorgaben der zukünftigen Bewohner ausgeführten, farbigen Gestaltungen der Innenräume zuwider. Sie waren den individuellen Vorlieben der Meister geschuldet und zeugen noch heute von ihren unterschiedlichen Charakteren.

Literatur:
Rehm, Robin: Paradigma des Neuen Bauens, in: Modell Bauhaus, hrsg. von Bauhaus-Archiv Berlin / Museum für Gestaltung, Stiftung Bauhaus Dessau und Klassik Stiftung Weimar, Ausstellungskatalog, Ostfildern: Hatje Cantz, 2009, S. 199-202.
Wingler, Hans M. (Hg.): Walter Gropius, Bauhausbauten Dessau, Berlin 1997 (Neue Bauhausbücher).