Wassily Kandinsky

Hugo Erfurth, Portrait Wassily Kandinsky, 1925/1928
Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Foto (Reproduktion): Markus Hawlik

Hugo Erfurth, Portrait Wassily Kandinsky, 1925/1928
Bauhaus-Archiv Berlin / © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Foto (Reproduktion): Markus Hawlik

Wassily Kandinsky begann 1886 ein Jura- und Volkswirtschaftstudium in Moskau, das er 1892 mit dem Staatsexamen abschloss. 1896 siedelte er nach München über und besuchte dort die private Kunstschule von Anton Azbè. 1900 studierte er an der Münchener Kunstakademie und war Schüler bei Franz von Stuck. Ein Jahr später wurde Kandinsky Mitbegründer der Ausstellungs- und Künstlervereinigung Phalanx. 1904 wurden erstmals Werke von ihm im Pariser Salon d'Automne (Herbstsalon) ausgestellt. 1909 war er Mitbegründer der Neuen Künstlervereinigung München. 1910 entstand seine erste abstrakte Komposition, ein Jahr später erschien sein richtungsweisendes Buch „Über das Geistige in der Kunst“. Ebenfalls 1911 schuf er mit Franz Marc den Almanach „Der Blaue Reiter“. Nach Kriegsausbruch flüchtete er zunächst in die Schweiz und kehrte dann nach Moskau zurück. Dort war er u. a. Vizepräsident der GAChN (Staatliche Akademie der Kunstwissenschaften), entwickelte Programme für das INChUK (Institut für künstlerische Kultur), war Mitorganisator und Direktor des MSchK (Museum für Malereikultur) und unterrichtete an den VChUTEMAS (Höhere künstlerische und technische Werkstätten).

Im Juni 1922 wurde Wassily Kandinsky von Walter Gropius an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen, wo er bis zu dessen Schließung in Berlin 1933 unterrichtete. Von 1922 bis 1925 leitete er am Bauhaus Weimar die Werkstatt für Wandmalerei und unterrichtete die Kurse „Abstrakte Formelemente“ und „Analytisches Zeichnen“ im Vorkurs. 1924 gründete Kandinsky mit den Künstlern Alexej von Jawlensky, Paul Klee und Lyonel Feininger die Gruppe „Die Blaue Vier“.

Am Bauhaus in Dessau unterrichtete er von 1925 bis 1932 „Abstrakte Formelemente“ und „Analytisches Zeichnen“ im Vorkurs. Ab dem Wintersemester 1926/27 war er Leiter des Unterrichts in Malerei, ab 1927 leitete er die Freie Werkstatt Malerei bzw. Freie Malklasse. 1926 publizierte er das bedeutende Bauhausbuch „Punkt und Linie zu Fläche“. Von 1932 bis 1933 war er am Bauhaus Berlin Leiter des Unterrichts „Abstrakte Formelemente“ und „Analytisches Zeichnen“ im Vorkurs sowie der freien Malklasse. Nach 1933 emigrierte Kandinsky nach Paris und lebte dort bis zu seinem Tod im Vorort Neuilly-sur-Seine.

Literatur:
Antonova, Irina & Jörn Merkert (1995): Berlin–Moskau. Moskau–Berlin 1900-1950, München, New York; Benesch, Evelyn & Ingried Brugger (2004): Wassily Kandinsky. Der Klang der Farbe. 1900-1921, Bad Breisig; Moeller, Magdalena M. (1994): Der frühe Kandinsky 1900–1910, München; Stephan, Erik (2009): Kandinsky am Bauhaus. Punkt und Linie zu Fläche, Jena; Friedel, Helmut (2008): Kandinsky. Absolut abstrakt, München; Wagner, Christoph (2005): Das Bauhaus und die Esoterik. Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Bielefeld.

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