Margaret Camilla Leiteritz

C. H. Rudolph, Margaret Camilla Leiteritz, 1931
Nachlass Margaret Camilla Leiteritz / © Nachlass Margaret Camilla Leiteritz: Heinrich P. Mühlmann, Dorsten

C. H. Rudolph, Margaret Camilla Leiteritz, 1931
Nachlass Margaret Camilla Leiteritz / © Nachlass Margaret Camilla Leiteritz: Heinrich P. Mühlmann, Dorsten

Margaret Camilla Leiteritz wurde am 19. April 1907 als Tochter des Jugendstilkünstlers Woldemar Leiteritz in Dresden geboren. Ab ihrem 11. Lebensjahr besuchte Margaret Camilla Leiteritz bis 1924 die örtliche Höhere Mädchenschule, bevor sie anschließend bis 1926 eine Ausbildung zur Bibliothekarin in Dresden und Leipzig absolvierte. Von 1927 bis 1928 arbeitete sie in der Stadtbibliothek Dresden – eine Anstellung, die sie schließlich zugunsten der Ausbildung am Bauhaus in Dessau aufgab.
Der Studienbeginn 1928 war vor allem durch die Ausbildung im Rahmen des Vorkurses unter der Leitung von Josef Albers (Material und Werklehre), Hinnerk Scheper (Perspektive), Joost Schmidt (Schrift und Reklame) und Wassily Kandinsky (Abstrakte Formelemente) geprägt. Bis 1931, dem Jahr, in dem Leiteritz ihr Bauhausdiplom erhielt und das Bauhaus verließ, war sie Schülerin in der Wandmalereiwerkstatt, die zunächst von Scheper, ab Juni 1929 von Alfred Arndt geleitet wurde. Zusätzlich besuchte sie vier Semester lang die freien Malklassen Paul Klees und Wassily Kandinskys sowie 1931 Joost Schmidts Unterricht in Akt- und Figurenzeichnen.

Ein von Hannes Meyer unter allen Bauhausstudenten ausgeschriebene Wettbewerb für Musterentwürfe für die Tapetenfabrik Gebr. Rasch GmbH & Co. war für die Studenten der Wandmalereiwerkstatt naturgemäß von besonderem Interesse. 1929 gewann Margaret Camilla Leiteritz ein Drittel der  ausgelobten Preise. Die verbliebenen Preise gingen an Hans Fischli, dem Leiteritz in lebenslanger Freundschaft verbunden war. Nach Abschluss des Wettbewerbs wurde sie mit Kolorierungsaufgaben und der Überwachung der Tapetenproduktion betraut und war damit maßgeblich an der Entwicklung der ersten Bauhaustapeten beteiligt.

Das Studium am Bauhaus unterbrach Leiteritz 1929/30 für ein Volontariat als Bühnenbildnerin am Staatstheater Kassel und im Sommersemester 1930 wegen eines mehrwöchigen Parisaufenthalts.

1931 erhielt Margaret Camilla Leiteritz eine Stelle als Bibliothekarin am Dresdner Kunstgewerbemuseum, die sie bis 1945 innehatte. Während der Bombardierung Dresdens und der Flucht nach Schlesien ging ein Grossteil ihres künstlerischen Werkes verloren. Erhalten haben sich u. a. Fotografien zerstörter Gemälde, Kostümstudien von 1928 sowie illustrative Arbeiten zu Werken altgriechischer und moderner Autoren.

1946 verschlug es Leiteritz in den Harz, wo sie bis 1949 als Entwerferin für die Fa. Malermeister R. Goebel in Gebhardshagen arbeitete. 1950 übersiedelte die Künstlerin nach Wuppertal. Hier war sie zwei Jahre als Bibliothekarin und Leiterin der Malstoffkundlichen Sammlungen der Lackfabik Dr. Kurt Herberts & Co. tätig – eine Firma, in der Oskar Schlemmer während des Krieges gewirkt hatte – und begann erneut zu malen. Die letzte Station ihres Berufslebens trat Leiteritz 1952 als Bibliothekarin in der Literaturstelle des Instituts für Gastechnik der Karlsruher Technischen Hochschule an. Hier arbeitete sie bis 1973.

Margaret Camilla Leiteritz verstarb am 29. März 1976. Vor ihrem Tod erlebte sie die Würdigung ihres künstlerischen Schaffens u. a. 1968 mit der Teilnahme an der Ausstellung „50 Jahre Bauhaus“ in Stuttgart. 1977 wurden Teile ihres Werkes auf der Kölner Kunstmesse präsentiert, während 2002/2003 in der Stadtbibliothek Karlsruhe, 2004 im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt, 2006 im Kloster Bentlage Rheine und ebenfalls 2006 in den Meisterhäusern Kandinsky/Klee in Dessau Personalausstellungen stattfanden. 

Literatur:
Lindemann, Klaus E. R. (1987): Die Bauhauskünstlerin Margaret Leiteritz. Gemalte Diagramme, Karlsruhe; Museum für Angewandte Kunst Frankfurt (2004): Margaret Camilla Leiteritz. Baushauskünstlerin und Bibliothekarin, Frankfurt; Mühlmann, Heinrich P. & Andrea Krieg (2004): Margaret Camilla Leiteritz. Bibliothekarin und Malerin, AKMB-news, 10, Nr. 1, S. 43-47, http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2007/321.