Josef Albers

Ernst Louis Beck, Portrait Josef Albers, o.D.
Bauhaus Archiv Berlin

Ernst Louis Beck, Portrait Josef Albers, o.D.
Bauhaus Archiv Berlin

Josef Albers begann 1905 eine Ausbildung zum Volksschullehrer und übte diese Tätigkeit von 1908 bis 1913 aus. Zwischen 1919 und 1920 war er Schüler der Malklasse von Franz von Stuck an der Königlich-Bayerischen Akademie der Bildenden Künste in München. Sein Studium führte er von 1920 bis 1923 am Bauhaus Weimar weiter. Albers belegte den Vorkurs bei Johannes Itten und besuchte die Glasmalereiwerkstatt. 1923 berief ihn Walter Gropius in das Kollegium des Bauhauses. Hier vertrat er die klassische Bauhausauffassung, nach der die Gesetze jeglicher künstlerischer Tätigkeit gleichermaßen aus der Funktion des Werkstücks wie aus den Gegebenheiten des Materials entwickelt werden müssen. Er erhielt einen Lehrauftrag für den Vorkurs und wurde noch als Geselle Werkmeister in der Glasmalereiwerkstatt. Walter Gropius berief ihn 1925 zum Jungmeister. Im selben Jahr heiratete er die Bauhaus-Studentin Anneliese (Anni) Fleischmann.

Von 1925 bis 1927/28 leitete er am Bauhaus Dessau gemeinsam mit László Moholy-Nagy den Vorkurs. Nach dessen Weggang 1928 war Albers alleiniger Leiter des Vorkurses und bis 1929 Leiter der Tischlereiwerkstatt. Am Berliner Bauhaus war Albers von 1932/33 bis zur Auflösung des Bauhauses Leiter des Vorkurses und Lehrer für Zeichnen und Schrift.

Nach der Schließung des Bauhauses 1933 emigrierten Albers und seine Frau in die Vereinigten Staaten. Hier wurden sie auf Empfehlung des Museum of Modern Art an das Black Mountain College in Ashville, North Carolina, berufen. Albers unterrichtete dort bis 1949 Kunst. Sein Unterricht zog junge Künstler nach Ashville. Zu ihnen zählten beispielsweise Willem de Kooning, Robert Motherwell und Robert Rauschenberg. Seit 1936 erhielt Albers weltweit zahlreiche Gastprofessuren, u. a. an der Graduate School of Design an der Harvard University, an der Cincinnati Art Academy in Ohio, an der Yale University in New Haven, an der Architekturschule der Universidad Católica in Santiago de Chile und an der Hochschule für Gestaltung in Ulm (HFG).

Zu Albers' bedeutenden Werken zählen u. a. die während seiner Bauhauszeit 1928 entstandenen Glasbilder, Entwürfe für Möbel und Gebrauchsgegenstände aus Holz und Glas sowie seine zwischen 1950 und 1958 realisierte Serie „Strukturale Konstellation”. Sein künstlerisches Schaffen, das in der Serie „Hommage to the Square” gipfelt, wurden mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. Albers erhielt u. a. 1958 den Konrad-von-Soest-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, 1964 die Medaille des Jahres vom American Institute of Graphic Arts, New York, und 1968 das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. 1973 wurde er Fellow der American Academy of Art and Sciences, Boston. Albers wurde in den Vereinigten Staaten, in Kanada und in Europa insgesamt 14-mal die Ehrendoktorwürde verliehen.

Literatur
Danilowitz, Brenda; Horowitz, Frederick A: Josef Albers: To Open Eyes, London: Phaidon, 2006;
Borchardt-Hume, Achim (Hg.): Albers and Moholy-Nagy. From Bauhaus to the New World, London: Tate Modern, 2006;
Rüden, Egon von: Zum Begriff künstlerischer Lehre bei Itten, Kandinsky, Albers und Klee, Berlin: Gebr. Mann, 1999;
Kunstmuseum Bonn (Hg.): Josef Albers. Werke auf Papier, Köln 1998.