Alma Siedhoff-Buscher

Hüttich-Oemler, Portrait Alma Siedhoff-Buscher
Bauhaus Archiv Berlin

Hüttich-Oemler, Portrait Alma Siedhoff-Buscher
Bauhaus Archiv Berlin

Alma Siedhoff-Buscher wurde am 4. Januar 1899 als Alma Buscher in Kreuztal bei Siegen geboren. Der mit dem Reifezeugnis 1916 abgeschlossenen elfjährigen Schulausbildung in Berlin folgte zunächst die Ausbildung an der Elisabeth-Frauenschule Berlin und von 1917 bis 1920 ein Studium an der Reimann-Schule. Darauf aufbauend studierte Siedhoff-Buscher bis Ostern 1922 an der Ausbildungsanstalt des Staatlichen Kunstgewerbemuseums Berlin. Im selben Jahr trat Alma Siedhoff-Buscher in das Bauhaus ein, wo sie zunächst den Vorkurs bei Johannes Itten sowie den Unterricht von Wassily Kandinsky und Paul Klee besuchte. Im Oktober wurde sie in die Webereiwerkstatt aufgenommen, der Georg Muche als Form- und Helene Börner als Werkmeister vorstanden. 1923 wechselte sie in die Holzbildhauerei, die von Muche und Josef Hartwig geleitet wurde.

Im Zusammenhang mit der großen Bauhaus-Ausstellung 1923 entwarf Alma Siedhoff-Buscher die Ausstattung des Kinderzimmers im Versuchshaus Am Horn und beteiligte sich an Ludwig Hirschfeld-Macks „Farblichtspielen“. Zudem entstanden in dieser Zeit verschiedene Kinderspielzeuge, wie das „Kleine Schiffbauspiel“ oder ein Puppentheater.

1924 wurden der Zeiss-Kindergarten in Jena mit von Siedhoff-Buscher entworfenen Möbeln ausgestattet und sowohl in der Ausstellung zur Tagung der Berufsorganisation der Kindergärtnerinnen, Hortnerinnen und Jugendleiterinnen anlässlich der Fröbeltage in Jena als auch in der Ausstellung „Jugendwohlfahrt in Thüringen“ in Weimar Spielzeug- und Möbelentwürfe gezeigt. Im Jahr 1926 nahm sie mit ihren Werken an der Ausstellung „Das Spielzeug“ in Nürnberg teil.

Alma Siedhoff-Buscher zog mit dem Bauhaus 1925 nach Dessau, wo sie bis 1927 zunächst noch als Studentin, später als Mitarbeiterin wirkte. In ihrem letzten Jahr am Bauhaus entwarf sie Bastelbögen und Malfibeln für den Verlag Otto Maier Ravenburg.

Der Heirat mit dem an Schlemmers Bauhausbühne aktiven Tänzer und Schauspieler Werner Siedhoff 1926 folgten im selben Jahr die Geburt des Sohnes Joost und 1928 die Geburt der Tochter Lore.

Die durch relative Beständigkeit geprägte Lebensphase am Bauhaus endete 1928. Engagements Werner Siedhoffs an verschiedenen deutschen Bühnen bedingen einen häufigen Wohnortwechsel. Am 25. September 1944 wurde Alma Siedhoff-Buscher in Buchschlag bei Frankfurt a.M. Opfer eines Bombenangriffs.

Seit 1977 sind Re-Editionen des „Kleinen Schiffbauspiels“ sowie seit 1997 der Bastelbögen „Segelboot“ und „Kran“ erhältlich.