Fotografie

Erst 1929 wurde am Bauhaus eine Fotoklasse unter der Leitung des Fotografen Walter Peterhans eingerichtet. Nachdem am Bauhaus bereits vorher vielfältig und fächerübergreifend mit dem Medium Fotografie experimentiert worden war, konzentrierte sich Peterhans auf die ästhetischen und technischen Schwerpunkte des Faches.

Der zweite Bauhaus-Direktor Hannes Meyer übertrug Walter Peterhans 1929 die Leitung der neu eingerichteten Werkstatt für Fotografie. Schon zuvor hatten sich Schüler und Meister autodidaktisch in diesem Medium erprobt. Am Weimarer Bauhaus wurde die Fotografie vorwiegend für Sachaufnahmen genutzt, zur Vorstellung von Produkten und zu Dokumentationszwecken.

Am Dessauer Bauhaus waren es vor allem die Fotografen Lucia Moholy und Erich Consemüller, die in gestalterischer Verfeinerung sowohl Produkte des Bauhauses als auch dessen Architektur sowie das Leben am Bauhaus dokumentierten. Jenseits der neutralen Wiedergabe von Wirklichkeit entdeckte der ungarische Konstruktivist László Moholy-Nagy am Bauhaus die Fotografie als eigenständiges Darstellungsmittel, das er in experimenteller Weise in seinen Unterricht integrierte. Dadurch wuchs am Bauhaus der kreative Umgang mit dem Medium. Das zeigt sich auch am Einfluss des „Neuen Sehens“ und der „Neuen Sachlichkeit“ auf die Fotografien aus dieser Zeit. Nach dem Weggang Moholy-Nagys 1928 wurde die Fotografie am Bauhaus vor allem zu Werbezwecken eingesetzt.