Vorkurs László Moholy-Nagy

Nach dem Weggang Johannes Ittens beauftragte Walter Gropius 1923 den ungarischen Universalkünstler László Moholy-Nagy mit der Fortführung des Vorkurses. Moholy-Nagy, der auch die Metall-Werkstatt leitete, verlegte den Schwerpunkt von künstlerischen auf technische Fragen. Romantik und Naturgefühl wollte er durch Rationalität ersetzen.

Der Konstruktivist László Moholy-Nagy kam 1923 als jüngster Formmeister an das Weimarer Bauhaus und unterstützte Walter Gropius in seiner Hinwendung zur neuen Einheit von Kunst und Technik. Moholy-Nagy, der durch eine Ausstellung in der Berliner Galerie Der Sturm bekannt geworden war, vertrat die Idee des Künstler-Ingenieurs. Alles Esoterische und Romantische war ihm suspekt.

Als Leiter der Metallwerkstatt förderte er eine moderne Lichtgestaltung sowie die Entwicklung von Prototypen und damit den Übergang von handwerklichen Techniken zu Industrietechnologien.

Als Mitorganisator und Grafikdesigner der „bauhausbücher“ ab 1924 und der Zeitschrift „bauhaus“ ab 1926 prägte Moholy-Nagy wesentlich das internationale Netzwerk und das Erscheinungsbild des Bauhauses.

Licht, Lichtgestaltung, Fotografie/Fotogramm und Film bis hin zu kinetisch-konstruktiven Systemen und einem Licht-Raum-Modulator bestimmten sein universelles Schaffen. Das traditionelle Tafelbild hielt er für nicht mehr zeitgemäß.

Moholy-Nagy übernahm im Vorkurs die Pädagogik Ittens, indem er die Schüler selbstständig Materialübungen durchführen ließ. Doch wollte er nicht die reine Individualität seiner Schüler fördern, sondern sie systematisch in einer Synthese der Sinne an die Vermittlung technischer Grundlagen wie Statik, Dynamik und Gleichgewicht heranführen. Zu Übungen mit der Fläche ließ Moholy-Nagy seine Schüler vor allem mit Collagen arbeiten.