Vorkurs Josef Albers

Nach dem Weggang von Johannes Itten im Jahr 1923 führte Josef Albers den Vorkurs gemeinsam mit László Moholy-Nagy weiter. Als dieser 1928 mit Walter Gropius das Bauhaus verließ, wurde Albers offizieller Leiter des Vorkurses.

Als ausgebildeter Grundschullehrer und Kunsterzieher kam Josef Albers 1920 ans Bauhaus, wo er den Vorkurs bei Johannes Itten absolvierte. Für das Haus Sommerfeld entwarf er selbstständig die Buntglasfester. 1922 wurde er zum Gesellen ernannt und leitete ab 1923 unter dem Formmeister Paul Klee als Werkmeister die Glasmalerei-Werkstatt.

Nach dem Weggang von Johannes Itten beauftragte Walter Gropius Albers und den ungarischen Künstler László Moholy-Nagy mit der Fortsetzung des Vorkurses.

Albers erteilte für die Erstsemester die Material- und Werklehre, die er auf bis zu 18 Wochenstunden in der Vorlehrewerkstatt ausweitete. In seinem Unterricht ließ er mit einfachen Werkzeugen die Materialeigenschaften verschiedener Stoffe wie Metall, Holz und Papier untersuchen. Im Vordergrund stand die Entwicklung von räumlichen Strukturen, bei denen der Zusammenhang von Material, Konstruktion, Funktion und Herstellung/Technologie mit dem Ziel bestmöglicher Leistungserfüllung mit minimalem Material-, Energie- und Zeitaufwand erfahren werden sollte: eine Schule des Erfindens.

Nach dem Umzug des Bauhauses 1925 nach Dessau wurde Albers gemeinsam mit Marcel Breuer, Hinnerk Scheper und Herbert Bayer zum Jungmeister ernannt. Als László Moholy-Nagy 1928 das Bauhaus verließ, führte Albers nun als offizieller Leiter den Vorkurs alleine weiter.